Reizdarm

REIZDARMSYNDROM

Zunächst ein paar interessante Facts zum Darm:

  1. Der Darm ist mit Abstand das größte Organ unserer Körpers. Mit einer Oberfläche von 200 Quadratmetern bildet er eine riesige (innere) Kontaktfläche zur Außenwelt.

  2. Diese grosse Oberfläche muss gegen Eindringlinge und schädliche Substanzen beschützt werden, sodass sich 80% aller Immunzellen in der Darmwand befinden.

  3. Wir haben genausoviele Bakterien im Darm wie Zellen im restlichen Körper (ca. 40 Billionen).  Eine gesunde Bakterienflora ist für zahlreiche Prozesse im Körper wie Stoffwechsel, Immunstimulation, Entzündungsmodulation notwendig.

  4. Serotonin, das auch als Glückshormon bezeichnet wird, wird zu 90 Prozent durch die Darmbakterien aus der Aminosäure Tryptophan gebildet und ist entscheidend für gute Laune.

  5. Der Darm verfügt über ein eigenes Nervensystem: Das sogenannte enterische Nervensystem (ENS) ist ein Geflecht aus Millionen von Nervenzellen, das die Darmwand durchzieht. Darmhirn und Kopfhirn kommunizieren intensiv miteinander. Die Kommunikation verläuft intensiv in beide Richtungen.

 

Aus diesen Gründen ist es nachvollziehbar, dass ein gesunder Darm eine wesentliche Vorraussetzung für das allgemeine Wohlbefinden ist. Wenn der Darm gestört ist, wie beim Reizdarmsyndrom, gibt es immer Beschwerden in anderen Bereichen. Dies betrifft vor allem unser psychisches Befinden. Sind wir im Stress kommt es zu Verdauungstörungen. Geht es dem Darm längere Zeit nicht gut leidet unsere Psyche.

Reizdarmsyndrom ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von unterschiedlichen Störungen des Darmes. Lebenstilbedingte und lebenssituative Faktoren spielen eine wesentliche Rolle. Die Messung der Herzratenvariabilität ist hilfreich zur Untersuchung des Stresslevels im Körper. Die funktionelle Medizin klärt über eine Stufendiagnostik mit Blut und Stuhluntersuchungen verschiedene potentielle Ursachen wie bakterielle Fehlbesiedlung (Dysbiose), Mangel an Verdauungssäften, Spaltungs- und Aufnahmeschwächen des Darmes, Entzündungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Störung des Histaminstoffwechsels und erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand ("leaky gut") ab. Eine Darmspiegelung kann in manchen Situationen Sinn machen.

Die Behandlung betrifft die gesamte Person. Die passende Ernährung ist nur ein Teil davon. So geht es um den Lebensstil, Stresswältigung, Bewegung, erholsamen Schlaf. Pflanzliche Präparate der europäischen Naturheilkunde, Kräuter aus der chinesischen Medizin, Prä und Probiotika, die Gabe von Darmschleimhaut nährenden Vitalstoffen sowie Akupunktur sind wirkungsvolle unterstützende Maßnahmen.