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BLUTHOCHDRUCK

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Nach einer Untersuchung des Robert Koch Institutes wurde 2017 bei etwa jedem dritten Bundesbürger ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert. Bei allerdings weniger als der Hälfe der Patienten zeigte sich der Bluthochdruck durch die Behandlung hinreichend gesenkt. Dies liegt daran, dass viele Patienten Medikamenten gegenüber kritisch eingestellt sind und die verordneten Präparate schlicht nicht einnehmen. Das wirft ebenso ein Licht auf die therapeutiche Beziehung zwischen Ärzten und Patienten innerhalb der zeitlich knapp bemessenen Kassenmedizin. Aber das ist ein anderes Thema.

Die konventionelle medikamentöse Therapie hat aus unserer Sicht durchaus ihren Stellwert. Problematisch wird es nur wenn es bei einer rein symptomatischen Behandlung bleibt. Bei deutlich erhöhten Werten kann es Sinn machen den Blutdruck zunächst medikamentös zu senken um Organschäden zu vermeiden. Ein Beispiel hierfür ist die Gabe eines Beta Blockers. Durch die Blockade der Bindestellen für  Adrenalin am Herzen kommt es zum blutdrucksenkenden Effekt. Diese pharmakologische Spezifität und Wirkstärke ist in Akutsituationen äußerst hilfreich, hat allerdings bei Dauereinnahme ihren Preis in Form von Nebenwirkungen. Durch die Wirkung an anderen Stellen des Körpers kann es zum Beispiel zu einem verlangsamten Stoffwechsel mit der Folge einer Gewichtszunahme kommen. Wird nicht über die Lebensweise und die Lebenssituation gesprochen, kann dies zu einer weiteren Erhöhung des Blutdrucks und die Verordnung weiterer Medikamente führen.

 

Hier kommt die Naturheilkunde bzw. die funktionelle Medizin ins Spiel. Bluthochdruck entsteht aus dieser Perspektive, wenn die Selbstregulation gestört ist. Es wird zunächst nach Ursachen für die Regulationsstörung gefahndet. Die aktuelle Lebenssituation und der Lebenstil, insbesondere das Verhältnis aus Belastung und Erholung, sowie der subjektive Umgang mit Stress, das Maß an körperlicher Aktivität, Ernährung und ausruhender Schlaf sind wesentliche Faktoren. Eine Messung der Herzratenvariabilität kann den körperlichen Stresslevel sowie die Regenerationsfähigkeit des Körpers  abbilden. Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung, Biofeedback gestützes Atemtraining, Akupunktur, Sportcoaching sowie eine individuelle Ernährungsberatung sind die Säulen der integrativmedizinischen Therapie.

 

Wir können auf diese Weise nicht selten im Verlauf auf die Gabe von konventionellen Medikamenten verzichten oder die Dosis reduzieren. Häufig ist auch die Gabe eines "pflanzlichen Beta Blockers" oder die Kombination aller Ansätze möglich. So ein ganzheitlicher Ansatz führt zu mehr Wohlbefinden und Lebensenergie als das rein konventionelle Vorgehen. Wir sind dabei aber nicht dogmatisch: manche Patienten vertragen konventionelle Blutdruckmedikamente sehr gut, fühlen sich damit wohl und möchten zum akutellen Zeitpunkt auch keine Veränderung ihres Lebenstils. Auch das ist völlig in Ordnung. Zuweilen nimmt man gemeinsam "das Lebenstilprojekt" zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf. Die Therapie muss für Sie, in Ihrer individuellen Lebensituation Sinn machen und passen.