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GEDANKEN UND FAKTEN (letztes update 23.11.2020)
"Die einzige Art, gegen die Pest zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." - Albert Camus, Die Pest
Wie gefährlich ist COVID 19 ?
Aus den bisher gesammelten Daten zur COVID 19 Pandemie wissen wir, dass das SARS COV 2 Virus vor allem für ältere Menschen und Menschen mit bestimmen Vorerkrankungen gefährlich sein kann. Ein schwerer Verlauf bei Jüngeren und Menschen im mittleren Alter kommt vor, ist aber selten. Die genaue Letalitätsrate, also das Risiko an einer Infektion zu versterben, ist immer noch nicht ganz geklärt und wird von Wissenschaftlern intensiv diskutiert. Das Robert Koch Institut schätzt derzeit den Anteil der Verstorbenen unter den Infizierten für die bis zu 50 Jährigen auf 0.1 % (einer von 1000) und für Menschen über 80 auf ca. 10 % (einer von 10) (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html). Eine Übersichtsarbeit der WHO aus 51 Ländern kommt zu einer optimistischeren Einschätzung und beziffert den Anteil der Verstorbenen unter den Infizierten für die unter 70 Jährigen auf 0,05 % (einer von 2000) (https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf). Die Daten aus den verschiedenen Ländern sind sehr heterogen (0,0 bis 0,31%). Deutschland dürfte allerdings aufgrund seines vergleischweise guten Gesundheitssystems eher im günstigeren Bereich der Letalitätsraten liegen.
Das Risiko durch COVID 19 wird klarer wenn man es in Relation zu anderen Lebensrisiken setzt. So liegt das jährliche Risiko an einem Autounfall zu versterben bei etwa 0,01 %. Für Menschen im mittleren Alter ist eine Infektion mit SARS COV 2 damit ca. 5 x gefährlicher als Autofahren (nicht mehr und nicht weniger), für Hochbetagte allerdings 1000 x höher. Wesentlich ist, dass wir es selbst in der Hand haben das individuelle Risiko für eine Infektion zu reduzieren. Bleibt man in der Analogie, reduziert sich das Risiko wenn man das Auto nur selten benutzt bzw. die Regeln zur Infektprävention (AHA, Lüften, Reduktion von Kontakten) konsequent einhält.

 

Die Zahlen machen deutlich, dass wir die Corona Pandemie ernst nehmen sollten, insbesondere, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass es innerhalb kurzer Zeit zu einer Vielzahl von Infektionen kommen kann. Bei hoher Infektionsdichte erhöht sich das Risiko für jeden Einzelnen. Die Anhäufung von schweren Verläufen kann schließlich, wie wir es in verschiedenen Hotspots beobachtet haben, zu einer Überlastung der lokalen Gesundheitsysteme führen. Das Überlaufen von Intensivstationen muss vermieden werden, da dies eine menschliche und gesellschaftliche Katastrophe darstellt.
 
Angst ist nicht angebracht, Respekt schon
Die Frage stellt sich nun wie man dies am besten verhindert. Die Anwort darauf müssen die politischen Entscheidungsträger finden und sie sind dabei wahrlich nicht zu beneiden. Klar ist, Angst ist dabei kein guter Ratgeber. Aus unserer Sicht ist Angst auch nicht angebracht wenn man das Risiko durch die Pandemie anderen Lebensrisiken gegenüberstellt (siehe oben). Die vorherrschende Kommunikation in den Medien ist da leider häufig nicht hilfreich. Vielmehr hat man den Eindruck, dass das Schüren von Angst als primäres Motivationsinstrument benutzt wird um die Menschen zur Einhaltung der Eindämmungsmassnahmen zu bewegen. Aus psychologischer Sicht ist dies nicht zielführend. Anhaltende Angstszenarien führen allenfalls zu kurzfristigen Verhaltensänderungen. Längerfristig entsteht entweder Trotz, Verleugnung oder emotionale Erstarrung, Phänomene, die wir leider aktuell zunehmend beobachten müssen. Aus ärztlicher Sicht ist Angst ein ebenso schlechter Begleiter. Sie schwächt unser Immunsystem, dessen Intaktheit wir in der aktuellen Situation besonders benötigen.
 
Wie sollen wir damit umgehen ? Sich den Tatsachen stellen!
Ein adäquter Weg der Bewältigung besteht darin sicht der unangenehmen Tatsache zu stellen, dass uns die Pandemie noch einige Zeit begleiten wird. Vermutlich müssen wir für einige Jahre unser Verhalten an die Erfordernisse anpassen. Zentraler Punkt dabei muss es sein die Älteren und Risikogruppen zu schützen ohne sie sozial zu isolieren. Hier müssen medizinische Resourcen, wie z.B. intensivierte Antigen Schnelltest als "Schleusenmodell" an Altersheimen mobilisiert werden.  Die Veranlassung von Kontaktbeschränkungen muss in Abhängigkeit von der Belastung des Gesundheitssystems durch schwere Verläufe gesteuert werden. Das "Abflachen der Kurve" sollte sich vor allem auf diese schweren Verläufe beziehen. Ferner dürfen die Massnahmen zur Eindämmung nicht mehr schaden als nützen. Wie die Virologen Streek und Chanasik in einem akutellen Thesenpapier fordern (https://www.kbv.de/media/sp/2020-10-30_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf) mag es statt flächendeckender Einschränkungen sinvoller sein Begegnungen im öffentlichen Raum mit adäquaten Hygienkonzepten stattfinden zu lassen. Eine funktionierende Gesellschaft ist wesentlich für die Gesundheit der darin Lebenden!
Wir sind überzeugt davon dass die aktuelle Krise durch eine gemeinsame, gesellschaftlliche Anstrengung auf der Basis eines achtsamen Umgangs miteinander zu meistern ist. Treibende Kraft dafür sollte weder Angst noch Verleugnung sein, vielmehr ein durch Verantwortung für uns selbst und Andere getragenes Handeln.

 

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